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Wie verwende ich Sauerstoff-Absorber?

fgWie Sie unter "Was bestimmt die Haltbarkeit von Grundnahrungsmitteln? " erfahren konnten, können Sie mit Hilfe von Sauerstoff-Absorbern relativ unkompliziert eine Sauerstoff-freie Umgebung für Ihre zu konservierenden Grundnahrungsmittel herstellen und damit einem der entscheidenden Faktoren zur Maximierung der Haltbarkeit Rechnung tragen.

Natürlich kommen nun einige Fragen zur Anwendung von Sauerstoff-Absorbern auf.

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"Wie viele Sauerstoff-Absorber brauche ich denn eigentlich?"

Schauen wir uns dazu folgende zwei Fakten an:

Luft setzt sich aus ca. 78% Stickstoff, etwa 21% Sauerstoff und 1% anderen Gasen zusammen.
Sauerstoff-Absorber gibt es in unterschiedlichen Größen / mit unterschiedlichen Kapazitäten (500cc Absorber haben z.B. eine Mindestaufnahmekapazität von 500cc, also 500ml Sauerstoff)

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Ein (abgesehen von Luft) leerer Behälter mit einem Fassungsvermögen von 500ml hat bei dem uns bekannten Sauerstoffanteil von ca. 21% also etwa 100ml Sauerstoff. Wollen wir diesen entziehen, müssten wir also mindestens einen Sauerstoff-Absorber à 100cc oder zwei Sauerstoff-Absorber à 50cc mit in den Behälter geben.

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Grundsätzlich könnte man auch einen 500cc oder größeren Sauerstoff-Absorber verwenden. Das ist kein Problem, aber unter Umständen Verschwendung. Die tatsächliche Kapazität von Sauerstoff-Absorbern übersteigt im übrigen ihre angegebene Leistung. Es ist also ein Puffer eingebaut, allein schon auf Grund der Tatsache, dass sie einen Teil ihrer Wirkung verlieren, bis sie schließlich im versiegelten Behältnis sind. Auch wenn der Sauerstoff-Anteil der Luft mehr als 20% ausmacht, reichen in diesem Fall also 100cc. Im Zweifel jedoch - z.B. wenn die Verarbeitung mehr Zeit in Anspruch nimmt als erwartet - verwenden Sie lieber einen Sauerstoff-Absorber mehr, als einen zu wenig. Schließlich ist es wesentlich wichtiger, den Sauerstoff komplett zu binden, als ein paar Absorber zu sparen!

dfg

"Ok, aber woher weiß ich nun, wie viel Luft in einem z.B. mit Weizen befüllten Behälter ist?"

Da wir ja nicht den Sauerstoff aus leeren Behältern, sondern aus Behältern mit Grundnahrungsmitteln entfernen wollen, ist es natürlich interessant zu wissen, wie viel Restluft sich noch in einem Behälter befindet, den man z.B. mit Weizen gefüllt hat.

Zur Bestimmung nehme ich mir am besten ein kleines Gefäß mit einem bekannten Fassungsvermögen, beispielsweise einen Becher mit 250ml. Nun fülle ich den Becher bis zum Rand mit Weizen, dann gieße ich ihn - ebenfalls bis an den Rand - vorsichtig mit Wasser auf. Gieße ich nun (evtl. mit Hilfe eines Siebes) dieses Wasser in einen Messbecher, kann ich ablesen, wie viel Wasser in einem 250ml Becher mit Weizen Platz findet. Es sind etwa 90-100ml, ca. 37,5%. Ebenso viel Platz wie Wasser findet natürlich auch Luft zwischen den Weizenkörnern. Wir können also festhalten, dass ein mit Weizen befüllter Behälter noch 37,5% seines Volumens an Luft enthält!

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Fülle ich beispielsweise einen 30L Behälter komplett mit Weizen, so habe ich einen Luftanteil von 30L x 37,5% = 11,25L. Das heißt, ich will 11,25L x 21% = 2,36L Sauerstoff entziehen. Ich wäre in diesem Fall also auf der sicheren Seite, wenn ich fünf 500cc Absorber oder z.B. einen 2500cc Absorber verwende.

Der Einfachheit halber kann man natürlich auch mit 40% Luftanteil und 20% Sauerstoff-Anteil rechnen.

Wiederholt man das o.g. Beispiel mit anderen Getreidesorten, Bohnen oder Reis kommt man ebenfalls auf Werte von mehr oder weniger 37,5%.

Achtung: Bei Nudeln, vor allem Maccaroni oder ähnlichen Pasta-Sorten, ist der Luft-Anteil natürlich wesentlich höher! In diesem Fall noch einmal selbst wie beschrieben den Luftanteil messen. Im Fall von Kleidungsstücken o.ä. geht man hinsichtlich des Luftanteils sicherheitshalber ggf. vom Gesamtvolumen des Behälters aus.

dg

"Und woher weiß ich, wie viel Liter Fassungsvermögen ein Alu-Verbund-Beutel hat?"

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Hierzu stellt man den entsprechenden Beutel am besten in einen Eimer oder ein Fass mit bekanntem Fassungsvermögen. Zum einen erleichtert dies auch das Befüllen des Beutels, zum anderen kann ich nun z.B. bis zur Oberkante des Eimers / Fasses den Beutel befüllen und so das Fassungsvermögen des Eimers oder Fasses zu Grunde legen, wenn ich vor dem Versiegeln des Beutels noch so gut es geht die übrige Restluft herausdrücke. Siehe hierzu auch die Foto-Show unter "Wie verwende ich Alu-Verbund-Beutel?".





dfg

"Wie schnell muss ich die Absorber verarbeiten, bevor sie ihre Wirkung verlieren?"

O2-Absorber sind je nach Größe in unterschiedlichen Stückzahlen vakuumverpackt. Sobald man diese Verpackung öffnet, fangen die Absorber an zu arbeiten. Da die O2-Absorber wie oben beschrieben deshalb extra mit einem Kapazitäts-Puffer ausgestattet sind, hat man schon einen gewissen Zeitraum zur Verfügung bis sie ihre angegebene Kapazität erreicht haben.

Über die zur Verfügung stehende Zeitspanne gehen die Meinungen etwas auseinander. Da man aber selbst bei entsprechender Anwendung in einem Beutel anhand des unübersehbaren Vakuum-Effekts (siehe auch Foto-Show unter "Wie verwende ich Alu-Verbund-Beutel? ") beobachten kann, dass die Absorber bereits innerhalb weniger Stunden weitestgehend ihren Job erledigt haben können, würde ich eher eine geringe Zeitspanne von 20-30 Minuten für die Verwendung ansetzen. Man sollte also alles so vorbereiten, dass man alle Behältnisse / Aluverbundbeutel nur noch mit der entsprechenden Menge an Absorbern versehen und versiegeln muss. Natürlich geht einem dies auch zu zweit leichter von der Hand. Während zum Beispiel einer die Absorber in die Beutel steckt, kann der andere bereits die Restluft herausdrücken und mit dem Versiegeln beginnen.

graphic_temp_storage_absorber.jpgBraucht man voraussichtlich mehr Zeit (zum Beispiel bei kleinen Aluverbund-Beuteln und entsprechend kleinen Absorbern, die z.B. zu 100 oder 200 Stück verpackt sind) oder arbeitet man alleine würde ich nur einige Absorber entnehmen und verarbeiten, die übrigen in einem hermetisch dichten Glas wie zum Beispiel einem Einmachglas mit Gummiring und Druckverschluss aufbewahren. Über einen kurzen Zeitraum (Stunden, nicht Tage) kann man so die Absorber sichern. Im Zweifel kann man dann auch bei den zuletzt verwendeten O2-Absorbern pro Beutel die doppelte Anzahl an Absorbern verwenden.

Grundsätzlich sollte man einfach dafür sorgen, dass die Absorber vor ihrer eigentlichen Bestimmung so kurz wie möglich "an der Luft" sind.

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"Wieso müssen denn Sauerstoff-Absorber nicht O2-sicher in einem Aluverbundbeutel verpackt sein?"

Das wäre in der Tat ein Vorteil! Da Aluverbundbeutel jedoch nicht transparent sind, hätte man dann keinen 'Frische'-Indikator mehr und damit wiederum einen entscheidenden Nachteil. Denn dieser Indikator ist innenseitig angebracht und verrät durch farbliche Veränderung, ob Sauerstoff in die Verpackung gelangt ist.

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"Demnach sind die Absorber-Vakuum-Verpackungen selbst also nicht für die Langzeit-Lagerung geeignet?"

Richtig. Über einen längeren Zeitraum hinweg würde die Verpackung aufgrund der fehlenden Barriere (Alu-Schicht) relativ viel Luft und damit Sauerstoff hindurchlassen. Stück für Stück würden sich damit die Absorber verbrauchen. Wenn Sie die Absorber innerhalb eines Jahres verwenden, stellt dies nach Aussage unseres Lieferanten noch keinerlei Problem dar. Möchten Sie die Absorber noch zu einem späteren Zeitpunkt verwenden, können Sie natürlich auch anhand des Indikators (siehe nächste Frage) feststellen, ob die Absorber noch 'frisch' sind. Wenn Sie jedoch planen, die Absorber für mehrere Jahre aufzubewahren, um sie dann für den Wiedereinsatz von bis dahin geöffneten Behältern / Beuteln zu verwenden, so kann ich Ihnen nur zustimmen. Dafür sind die Absorber in ihrer transparenten Vakuum-Verpackung nicht geeignet.

Natürlich könnten Sie die Absorber-Packung wiederum sauerstoff-frei in einen Alu-Verbund-Beutel einschweißen! Dies dürfte die Haltbarkeit selbstverständlich verlängern. Eine Garantie dafür können wir jedoch nicht übernehmen.

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"Woran erkenne ich, ob die Absorber noch 'frisch' sind oder vielleicht durch eine undichte Verpackung ihre Wirkung verloren haben?"

Ein innenseitig angebrachter Indikator verfärbt sich bei Sauerstoff-Kontakt von pink zu lila-bläulich. Ist dieser Indikator also noch pink-farben, sind die Absorber noch aktiv.

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"Ist es ein Problem, wenn ich vorsichtshalber mehr Sauerstoff-Absorber, als rechnerisch benötigt, verwende?"

Nein. Verwenden Sie im Zweifel lieber zu viele als zu wenig Absorber. Verwenden Sie etwas mehr Absorber als benötigt, so hat dies keine nachteilige Wirkung.

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"Sind Sauerstoff-Absorber wirklich unbedenklich beim Kontakt mit Lebensmitteln?"

Ja. Keine Sorge. Sie werden vor allem in der Lebensmittel-Industrie weitflächig eingesetzt, sind nach außen hin mit einer lebensmittelechten PE-Schicht ausgestattet und dünsten keinerlei giftige Substanzen aus. Sie entwickeln lediglich etwas Wärme bei der Reaktion und geben kleinste Mengen Wasserdampf ab. Hauptbestandteil der Sauerstoff-Absorber ist Eisenpulver, das mit dem Sauerstoff reagiert und diesen so bindet.